Muss man denn unbedingt kämpfen?
Zunächst ist der Judowettkampf kein Kampf im eigentlichen Sinn, denn Judo bietet ein Kräftemessen nach festen Regeln und ist eher ein "Raufspiel". Niemand wird gezwungen und um Judo zu machen muss man auch nicht zwangsläufig kämpfen. Man kann sich auch nur auf die Gürtelprüfungen vorbereiten oder in einem Vorzeigewettberwerb (Kata) mit dem selbstgewählten Partner starten. Wichtig ist nur, dass man an sich arbeitet und dazu benötigt man ein Ziel, reines Fitnesstraining wäre zwar lobenswert aber das hält selten einer durch. Für die Jüngeren aber, gehört der Wettkampf als Ansporn eigentlich selbstverständlich dazu. Wie stark man sich damit auseinandersetzt ist wiederum jedem selbst überlassen. Wer jedoch Talent und einen Willen zum Wettkampf hat der sollte diese Seite auch mit Unterstützung ausleben können. Irgendwie gilt immer:
"Judotraining ohne Wettkampf ist wie Fuß- oder Handballtraining ohne Spiel". Außerdem sind die Erfahrungen, die der Wettkampf mit sich bringt für Nichtwettkämpfer nur schwer nachzuvollziehen.
An die Eltern der kleinen "Kämpfer"
Teilnahme an Wettkämpfen sind gerade
für die Kinder eine große psychische Belastung und wenn der Trainer eine Teilnahme
nicht für sinnvoll hält, nimmt er i.d.R. auch keine Meldung vor. Wir warten
mit Wettkampfteilnahmen der Kleinsten bis auf wenige Ausnahmen, ohnehin bis
zur Gelbgurtprüfung. Kinder mit Weiß/Gelb sind häufig auch vom Alter her noch
nicht in der Lage die Belastungen eines Wettkampfes psychisch zu verkraften
und würden an einem verlorenen Kampf eventuell zumindest "judosportlich
zerbrechen". Sprechen sie auch den Größeren Mut zu und vermitteln sie,
dass letztlich ausschließlich wichtig ist sich anzustrengen und dabei gewesen
zu sein. Geben Sie den Kindern das sichere Gefühl, dass sie ihnen auch wenn
sie nicht gewinnen gleich lieb bleiben. Kritisieren sie verlorene Kämpfe nicht
und überlassen sie das den Betreuern oder Trainern. Vertrauen sie ihrem Kind
und den Trainern. Lassen sie ihnen die Zeit die sie brauchen, um Ziele individuell
festzulegen und auf diese zuzugehen. Bleiben sie eine zurückhaltende Stütze
und sie werden auch in die Welt ihres Kindes ein Stück weiter hineinwachsen.
Weisheit
"Tue das, was
Du fürchtest, sofort,
und das Ende der Angst ist Dir gewiß"
Antoine de Saint Exupery