Das Wort "Kata" bedeutet in diesem Zusammenhang übersetzt soviel wie "die Form". Das Einhalten einer bestimmten Form der Darstellung von unterschiedlichen Techniken. Kata war uns ist ein gelebtes Bewegungsvorbild und wird von Judoka zu Judoka übertragen. Neben Wettkampf (Shiai) und Übungskampf (Randori) ist Kata eine Möglichkeit auf etwas hinzuarbeiten. Da man Judotechniken nur mit dem Partner zeigen kann bedeutet Kata auch gemeinsam miteinander zu üben und aufeinander eingehen. Die Reihenfolge der Bewegungen, Schritte und Techniken ist ziemlich genau vorgeschrieben. Es ist ein hohes Maß an Konzentration erforderlich, welches das Studium der Kata wiederum auch schult. Ein förderliches Miteinander und ein Ruhen in sich selbst sind Vorraussetzung und Ziel einer gelungenen Katademonstration. Die wohl bekannteste Judokata ist die " NAGE NO KATA" was soviel bedeutet wie "die Form des Werfens". Die Prüfung zum schwarzen Gürtel (1. Dan) verlangt von den Judoka weltweit diese zu beherrschen. Es gibt auch Kata - Turniere bis hin zu Deutschen Meisterschaften auf denen man sich vergleichen kann. In einer gelungenen Kata kommen das Moralische Prinzip und Technische Prinzip wohl am deutlichsten zum Tragen, somit ist Kata gelebtes Judo und wichtiger Teil der Ausbildung.
DJB-Regelwerk
Kata-Wettbewerbe-IJF2015.pdf
Heute wird Kata im Judo unter verschiedenen Gesichtspunkten geübt:
Kata als Basis-Techniktraining und Übungsform
In einer geschlossenen Situation die exakte Ausführung von Techniken und beispielhafte Anwendung von Prinzipien immer wieder und gut reproduzierbar zu trainieren, ist die Hauptfunktion von Kata. Dies bezieht sich sowohl auf einzelne Techniken als auch auf komplexere Technikreihen.
In der einfachsten Form ist jedes systematische, verabredungsgemäße Üben, sowohl mit als auch ohne Partner, eine Kata, was bedeutet, dass jeder Trainer diese Übungsform in vielfacher Weise einsetzt.
In den Judo Kata werden viele Grundsituationen des Kampfs beispielhaft bzw. prototypisch dargestellt und gelöst, sodass der Übende, darauf aufbauend, in einer offenen Situation, z. B. dem Randori, seine eigenen Lösungswege für ähnliche Situationen finden kann.
Kata als Judodemonstration und Ritual
Kata ist immer auch schon Mittel zur Demonstration der Prinzipien und Grundlagen des Judos gewesen. Außerdem wird der rituelle Charakter von Kata dadurch deutlich, dass im Kodokan und anderen japanischen Dojos nicht nur zu besonderen Anlässen und Festen stets Kata-Demonstrationen erfolgen, sondern z. B. auch als Zeremonie zur Eröffnung von bedeutenden Wettkämpfen.
Kata als Prüfungsfach
Nachdem Kata sowohl eine Basis-Übungsform,als auch eine gute Demonstration der Basis-Prinzipien darstellt, ist es nur nahe liegend und konsequent, dieses auch in den Kyu- und Dan-Prüfungen abzufragen. Auch dies hat Tradition in fast allen Kampfkünsten, seitdem Kano das System der transparenten Graduierung eingeführt hat und dies von anderen Stilrichtungen übernommen wurde.
Kata als Wettkampfform
Kata-Wettbewerbe stellen eine gute alternative Wettkampfform für Jugendliche, Breiten-, aber auch Leistungssportler zum Shiai dar, wodurch sie auch ein wichtiger Baustein dabei sind, Judo für alle Alters- und Leistungsklassen ein Leben lang abwechslungsreich und attraktiv zu halten.